Bucket-List gelöscht

Während ich ein paar ruhige Tage im schwäbischen Hinterland genieße, habe ich über die Bucketlist-Seite nachgedacht. Die gibt es auf diesem Blog noch nicht lange - und trotzdem - habe ich sie heute umgebaut und damit beerdigt.

Ich hatte die Seite eingeführt, weil ich sie auf einigen anderen Blogs gesehen habe und dachte das sei eine coole Idee. Damals habe ich auf einen Halbmarathon trainiert, den ich in weniger als zwei Stunden (und damit mehr als 20min schneller als beim vorherigen Mal) schaffen wollte. Ein „richtiges“ Ziel. Ich war motiviert mehr solche Dinge zu tun und darüber zu schreiben.

Heute, bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Klar, habe ich so was wie Ziele im Kopf, Ideen oder Überlegungen was ich im Leben erreichen, haben, tun möchte.

Und gleichzeitig gab es in letzter Zeit ein paar Dinge, die mich ins Grübeln gebracht haben. Bei der Arbeit habe ich einen Test über meine Führungsqualitäten gemacht bei dem unter anderem raus kam, dass ich kaum langfristige Ziele habe geschweige denn dran bleibe, um sie zu erreichen. Klar habe ich mich als erstes über das Ergebnis geärgert und den ganzen Test angezweifelt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto eher denke ich mir: stimmt, irgendwie.

Nach der Schule war ich ein halbes Jahr in Australien und Neuseeland. Damals habe ich viele Pläne gemacht. Wo und was ich arbeiten werde. Wo und wie ich reisen werde. Was ich alles sehen und erkunden werde. In den meisten Fällen waren die Pläne nach ein paar Tagen oder Wochen verworfen. Das mit dem Job hatte nicht geklappt, ich hatte den Bus verpasst, das Wetter hat nicht gepasst, oder ich hatte jemand interessantes kennengelernt und wollte lieber mit denen ein Stück weiterreisen statt allein meinem Plan zu folgen. Ich lernte es zu schätzen mehr in den Tag hinein zu leben, zu schauen was sich ergibt, eine grobe Idee zu haben, aber jederzeit offen für Veränderungen zu sein. Frei zu sein. Statt frustriert, wenn etwas nicht klappt wie geplant.

Dieser Tage bin ich (wieder) über diesen TED Talks Podcast und diesen Blog-Post (🇩🇪) gestolpert (ich hatte dazu gebloggt). Im Podcast fand ich vor allem den Gedanken spannend, dass sich Ziele zu setzen bedeutet - vielleicht - Ziele zu erreichen, dass diese Ziele aber nicht unbedingt das beste sind was ich hätte erreichen können. Gleichzeitig sind unerreichbare Ziele schlecht für die Motivation.

Heute habe ich entschieden, die Bucketlist zu löschen. Die URL bleibt (aus Gründen) - wird aber lediglich auf diesen Post verweisen. Einige Punkte aus der Liste, habe ich auf /about verschoben.



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