Phishing Risiko minimieren

Als technisch affine Menschen fühlen wir uns sicher vor Phishing-Attacken. Ist doch alles offensichtlich, wenn der nigerianische Prinz nach meiner Kreditkarte fragt oder mir fremdsprachige Rechnungen an meine private Emailadresse geschickt werden.

Aber, so einfach ist es nicht immer. Ich hatte in der Familie kürzlich einen Fall - und aufgefallen ist es erst kurz vor der Kreditkarte. Name und Anschrift waren da schon in ein Fake-Formular eingetragen.

Eine gute Gelegenheit nochmal meine Tipps zusammenzufassen.

Allgemein Aufmerksam sein. Genau lesen. Das hilft in den meisten Fällen und hätte es in diesem konkreten vermutlich auch. Passt die URL zur offiziellen Domain des Anbieters, sind Rechtschreibfehler im Text (die werden Dank KI immer seltener)? Gefährlich wird es, wenn die Nachricht “irgendwie ins Bild passt”, ich also bspw. auf ein Paket warte und die Nachricht vermeintlich vom Zusteller kommt.

Jede Menge E-Mail Adressen. Ich nutze eine eigene Domain. Das erlaubt mir relativ leicht für X elon@domain.com, für facebook, mark@domain.com und für LinkedIn daniel@domain.com zu benutzen (ist natürlich alles Fake, da ich keine dieser Plattformen nutze). Wenn nun also meine vermeintliche Bank an shady-store@domain.com schreibt weiß ich sofort - egal wie echt es aussieht - dass das nicht von meiner Bank sein kann, die ja nur bank@domain.com kennt.

In Gmail kann man das Gleiche mit den „+Adressen" erreichen, in Fastmail mit „masked Email" oder in iCloud mit „hide my email".

Jede Menge Passwörter. Dritte Empfehlung: Jeder Dienst sein eigenes Passwort. Die ich mir natürlich nicht alle merke, sondern in einem Passwort-Safe speichere. Sollte ich auf eine Phishing-Attacke hereinfallen und meine Zugangsdaten auf der Fake-Webseite eingeben, ist zumindest nur dieses Passwort verloren und nicht alle meine Zugänge betroffen.

Jede Menge falsche Erinnerungen. Ich hab das länger nicht gesehen, aber es gibt Fragen zur Passwort-Wiederherstellung. Fragen wie: Mädchenname der Mutter, Name des ersten Haustieres, etc. Ich behandle diese analog zu Passwörtern. Da stehen nie echte Angaben drin, sondern zufällig generierte, die in meinem Passwort-Safe gespeichert sind. Ja, ich bin mir sehr sicher, dass der Mädchenname meiner Mutter <,$}¥sifnrl/&,‘> ist.

Ich wollte auf Kev‘s Artikel verweisen wie er seine Email-Domains aufgesetzt hat, weil ich das auch einen sehr guten Ansatz finde, bin dabei aber nochmal über diesen Post gestolpert. Man sieht - wir müssen alle vorsichtig sein.



#howto #security

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